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Dienstag, 21. November 2017

Aufgaben des Betreuungsdienstes

Auch ein Arbeitsfeld des Betreuungsdienstes: Verpflegung der Teilnehmer einer Fachtagung des Münchner Roten Kreuzes

Bei Unfällen und Unglücksfällen bis hin zum Großschadenereignis (Massenanfall von Verletzten, Katastrophen) muss der sozialen Betreuung von Betroffenen, der Versorgung mit Verpflegung und Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie der vorübergehenden Unterbringung der Opfer die erforderliche Aufmerksamkeit zukommen. Für die Durchführung dieser Aufgaben ist besonders geschultes Personal des Betreuungsdienstes gefragt.

Aufgabe des Betreuungsdienstes ist es, unverletzte Betroffene eines Schadensereignisses und bereits medizinisch versorgte Verletzte und Kranke nach Abschluss der medizinischen Versorgung zu betreuen, mit Verpflegung und evtl. notwendigen Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen und ggf. unterzubringen, bis diese wieder aus eigener Kraft in der Lage sind, ihre Lebenssituation zu beherrschen und zu gestalten. Neben der Sicherstellung der materiellen Lebensgrundlagen (Verpflegung, Unterkunft) gehört zur Betreuung insbesondere auch die seelisch-psychische Betreuung ("Psychische Erste Hilfe"), durch in Basisnotfallnachsorge geschulte Kräfte des Betreuungsdienstes ggf. in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Notfallnachsorge (NoNa).

Einsatzphasen

Um hier einen kurzen Überblick über die sich daraus ableitenden vielfältigen Aufgaben zu geben möchten wir die drei Einsatzphasen, in die sich ein Betreuungseinsatz gliedern kann, vorstellen:

Soforthilfe = Auffangphase

Die Soforthilfe findet innerhalb der ersten 12 - 24 Stunden nach einem bzw. während eines Schadenereignisses statt. Hierbei können nur die notwendigsten physiologischen Bedürfnisse der Betroffenen erfüllt werden.

Zu den Aufgaben der Soforthilfe gehört es, die betroffenen Personen zu sammeln, an einer Stelle zusammen zu führen, Bedürfnisse der Betroffenen festzustellen und erkannte Probleme zu lösen. Die Betreuungsgruppe verfügt über das hierzu nötige Material.

Übergangshilfe = Durchgangsphase

Die Übergangshilfe dient der längerfristigen Unterbringung und Versorgung Betroffener insbesondere nach Evakuierungen. Bei der Übergangshilfe sind  möglichst Standards anzusetzen, die sich einer üblichen Lebensführung annähern. Bei ihrer möglichen Dauer von Tagen und Wochen stellt sich die Notwendigkeit, Betroffene ihren Bedürfnissen entsprechend unterzubringen und zu versorgen.

Bei einer Evakuierung, die länger als einen Tag andauert (> 24 Stunden), ist immer Übergangshilfe erforderlich. Evakuierungen muss daher immer eine entsprechende Planung zu Grunde liegen. Kräfte des Betreuungsdienstes sind dabei in einen strengen Ablauf eingebunden.

Wiederaufbauhilfe = Endphase

Die dritte Phase eines Betreuungseinsatzes ist die Wiederaufbauhilfe. Diese ist in der Regel kein Tätigkeitsfeld für Einsatzformationen, sondern hierbei werden vielmehr Kräfte der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege und somit auch des Roten Kreuzes im Rahmen der Notfallnachsorge, insbesondere aber der professionellen Sozialarbeit tätig. Die Aufgabe besteht hier im Betreuen von Menschen, die nicht von ihrem sozialen Umfeld versorgt sind. Die Betroffenen sind dabei zu begleiten und zu beraten, das soziale Netz ist zu aktivieren und Hilfsangebote sind zu vermitteln.

Zur Wiederaufbauhilfe zählt auch die Vermittlung und Bereitstellung finanzieller und materieller Hilfe zur Wiederherstellung normaler Lebensverhältnisse. Hierzu können Spenden- und Hilfsaktionen, Arbeitseinsätze und die Hilfe bei der Beantragung und Abwicklung staatlicher und nichtstaatlicher Hilfen gehören.

Neben der Wahrnehmung der Aufgaben im Katastrophenschutz, steht der Betreuungsdienst auch für die "täglichen" Rotkreuzaufgaben im Einsatz. Insbesondere bei der Betreuung und Versorgung der Einsatzkräfte bei Großveranstaltungen wie z.B.

  • "München narrisch"
  • Stadtlauf
  • Marathonlauf
  • Open Air Veranstaltungen

Darüber hinaus nehmen alle Bereitschaften, die im Betreuungsdienst des BRK Kreisverbandes München mitwirken, auch noch Aufgaben im Sanitätsdienst wahr.

Hinzu kommen noch die regelmäßige Aus- und Fortbildung, sowie die Wartung und Pflege der Ausstattung und Fahrzeuge. Natürlich kommt in den Bereitschaften auch die Pflege der Kameradschaft nicht zu kurz.