Für Europäer ist das Thema so selbstverständlich, dass es eher belächelt wird, wenn es doch zur Sprache kommt. Aber: das Vorhandensein und Funktionieren von Toiletten und sanitären Einrichtungen ist durchaus ein Problem in vielen Ländern der Welt. Um darauf aufmerksam zu machen wurde der 19. November von den Vereinten Nationen zum Welttoilettentag erklärt.
Auch für das Rote Kreuz ist der Bau von Latrinen ein wichtiger Baustein im Rahmen von Nothilfe, Rehabilitation und Entwicklungsmaßnahmen. Weltweit fehlt es in Entwicklungsländern, vor allem in ländlichen Gebieten, an sanitärer Infrastruktur, was schlechte Hygieneverhältnisse und Krankheiten zur Folge hat. Oftmals sind nach einer Katastrophe zerstörte oder fehlende Sanitäranlagen ein Grund für den Ausbruch von Epidemien.
Latrinenanlagen im Südsudan
Im Südsudan ist die Wasser- und Hygieneversorgung durch den langjährigen Bürgerkrieg extrem begrenzt. Besonders bei den Menschen in den ländlichen Gebieten und den Rückkehrern hat ein Großteil keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Eine Vielzahl von Infektionskrankheiten und eine hohe Wasserverschmutzung zählen zu den dramatischen Folgen.
Das Deutsche Rote Kreuz hilft darum in der Region Mundri gemeinsam mit dem Südsudanesischen Roten Kreuz Latrinen zu bauen. Dabei steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Die Bevölkerung erhält Anleitungen und Geräte, um eigenständig Toiletten zu errichten. Darüber hinaus lernen die Menschen lebenswichtiges Hygieneverhalten, wie zum Beispiel das regelmäßige Händewaschen. Mit der Hilfe des Roten Kreuzes konnten schon viele Gemeinden eigene Latrinenanlagen erbauen und die Bewohner wissen wie man mit einfachen Hygienemaßnahmen gefährliche Infektionskrankheiten verhindern kann.
Erdbeben auf Haiti zerstörte auch Sanitäranlagen
In Haiti haben bei dem starken Erdbeben 2010 hunderttausende Menschen ihr Obdach und somit auch ihre sanitären Einrichtungen verloren. Das Deutsche Rote Kreuz hat gemeinsam mit dem Haitianischen Roten Kreuz und dem Österreichischen Roten Kreuz in der am stärksten betroffenen Region 3000 Menschen sowohl mit Obdach, als auch mit Latrinen, aber auch mit dem nötigen Wissen um Hygiene und Krankheitsprävention ausgestattet. Dadurch können häufig auftretende Infektionskrankheiten zurückgedrängt werden.
Seitdem im Jahr 2010 die Cholera in Haiti aufgetreten ist und nun eine ständige Gefahr darstellt, ist die Vermeidung der Verschmutzung von Trinkwasser mit Fäkalien noch viel dringlicher geworden. Durch den Bau der Latrinen, sowie dank großflächiger Schulungen der Bevölkerung in Hygiene-Maßnahmen, konnte die Ansteckungsrate extrem reduziert werden.