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Dienstag, 21. November 2017

Einsatzleitwagen

Das neue Flaggschiff des Münchner Roten Kreuzes vor der Bavaria. Fahrbereit...
... und komplett einsatzbereit aufgebaut mit Antennenmast und Markise. Fotos (9): C. Janello

Seit Februar 2008 steht dem Münchner Roten Kreuz ein neuer Einsatzleitwagen zur Verfügung. Er dient als mobile Einsatzzentrale sowohl für den Einsatzdienst als auch für geplante Veranstaltungen. Deshalb teilt sich das Rote Kreuz den Dienst mit den Maltesern, die ebenfalls über einen Einsatzleitwagen verfügen.

Alarmiert wird das Fahrzeug, das auf den Funkrufnamen "Rotkreuz München 12/1" hört, von der Integrierten Leitstelle bei Einsätzen mit vielen Verletzten, Erkrankten oder unverletzten Betroffenen. Beispielsweise war es auch beim Phosgenaustritt am Garchinger TU-Standort im Einsatz.

Tagsüber bringt ein hauptberuflicher Mitarbeiter des Münchner Roten Kreuzes das Fahrzeug zur Einsatzstelle, nachts und am Wochenende befinden sich hierfür Ehrenamtliche in Rufbereitschaft. Am Einsatzort besetzen dann die Helfer der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UGSanEL) aller vier Hilfsorganisationen die drei Funkarbeitsplätze im Fahrzeug nach festgelegten Einsatzstandards.

Das Münchner Rote Kreuz hat den Einsatzleitwagen nach eigenen Vorstellungen geplant und auf einem Ford Transit aufgebaut. Das Fahrzeug entspricht jedoch vollständig der DIN 14507-3 und wurde deshalb von Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München gefördert. Den Restbetrag legte das Münchner Rote Kreuz oben drauf, um ideale Arbeitsbedingungen für die Führungsbesatzungen zu schaffen.

An drei Funkarbeitsplätzen können jeweils zwei Funkgeräte komfortabel bedient werden.
Von oben: Die zahlreichen Antennen stellen die Kommunikation sicher.

So steht neben dem Fahrerraum und dem Funkraum mit drei Arbeitsplätzen ein Besprechungsraum zur Verfügung, in dem die Lage besprochen und wichtige Einsatzentscheidungen getroffen werden können.

Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit sechs Funkgeräten, vier Mobilfunkkarten, einem Kombigerät für Drucker, Telefax und Scanner, drei Laptops, Internetzugang über UMTS sowie einigen tragbaren Funkgeräten. Die gesamte Funktechnik des Fahrzeuges ist bereits für den künftigen digitalen Behördenfunk vorbereitet.

Weiterhin sind ein eingebautes Stromaggregat, ein elektrisch ausfahrbarer Antennenmast, Klimaanlage, Navigationssystem, Rückfahrkamera, Kühlbox, Kaffeemaschine, diverse Einsatzunterlagen, Kennzeichnungswesten für Führungskräfte, Faltsignale für die Einsatzstelle, Absicherungsmaterial und ein Megaphon an Bord.

 

 

Der Einsatzleitwagen im Betrieb.
Diverse Einsatzunterlagen sowie Nachschlagewerke und tragbare Funkgeräte stehen zum Einsatz bereit.

Die EDV-Anlage ist maximal flexibel gehalten. So liegen alle einsatzrelevanten Daten zentral auf einem Server. Im ganzen Fahrzeug sind dienstfreie Netzwerkdosen verbaut, so dass je nach Bedarf die jeweilige Verbindung zu einer beliebigen Dose hergestellt werden kann. Hierzu verfügt das Fahrzeug über ein zentrales Patchfeld, über das die gewüschte Konfiguration hergestellt wird. Zudem besteht die Möglichkeit, sich an feste Telefon- oder Datenleitungen anzuschließen, falls die Mobilfunknetze ausfallen.

Eine ausfahrbare Markise sorgt für Sonnen- oder Nässeschutz vor dem Fahrzeug, über Verlängerungskabel können alle Funkkanäle auch außerhalb, etwa in einem Zelt oder Gebäude, bedient werden.

 

Weitere Bilder unseres Einsatzleitwagens:

Im Heckbereich ist ein kleiner Besprechungsraum untergebracht.
Im Cockpit sind alle Bedienfelder übersichtlich angeordnet. Auf zwei Funkgeräten kann schon während der Anfahrt gearbeitet werden.
Höchste Flexibilität bieten das Patchfeld zur Belegung der Netzwerkdosen sowie das Multifunktionsgerät, das zugleich druckt, faxt und scant.
Die gesamte Bordelektronik ist hinter der linken Schiebetür versteckt. Hier kann auch ein fester Telefon- oder Internetanschluss eingespeist werden.