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Dienstag, 24. April 2018

Dienstag, 18. Oktober 2016 13:29 Alter: 2 Jahr/e

Rotes Kreuz: Zivilisten müssen bei Kämpfen um Mossul geschützt werden

Nach dem Beginn der Kämpfe um die irakische Stadt Mossul  appelliert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an alle Konfliktparteien, das Humanitäre Völkerrecht zu achten, Zivilisten zu schützen und Helfern sicheren und ungehinderten Zugang zur Bevölkerung zu gewähren. „Dass der Militäreinsatz vor dem Winter kommen wird, war absehbar. Das Rote Kreuz und der Irakische  Rote Halbmond haben sich daher vorbereitet, die Vorratslager sind gefüllt und wir haben Nothilfepläne erarbeitet. Dennoch haben wir großen Respekt vor dem möglichen Ausmaß der humanitären Not“, sagt Astrid Nissen, Leiterin des DRK-Regionalbüros Naher Osten und Nordafrika in Beirut. „Wir rechnen damit, dass über 1,5 Millionen Menschen vor den Kämpfen flüchten werden“, sagt Nissen.

Die humanitäre Lage im Irak ist schon jetzt sehr angespannt: Zu den aktuell 3,3 Millionen intern Vertriebenen kommen rund eine Viertelmillion Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien hinzu, welche teils seit mehreren Jahren in Camps und provisorischen Unterkünften im Irak untergebracht sind  und ihre Ressourcen restlos aufgebraucht haben. „Infolge der  verschärften Kämpfe droht nun eine humanitäre Katastrophe. Wir befürchten eine Unterversorgung der Geflüchteten mit überlebensnotwendigen Gütern. Zudem gehen wir davon aus, dass die Betroffenen längerfristig auf Unterstützung angewiesen sein werden –  zusätzlich steht der Winter vor der Tür. Darum hat die humanitäre Gemeinschaft versucht, sich so gut es geht auf diese Ereignisse vorzubereiten“, sagt Nissen. Mit Hilfe von finanziellen Mitteln des Auswärtigen Amtes konnten umfangreiche Vorsorgepläne erarbeitet und erste Hilfsgüter beschafft werden, welche nun zur Erstversorgung der Vertriebenen bereitstehen.
 
Gemäß der aktuellen Planung wird das DRK gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond die Versorgung von Geflüchteten direkt nach der Vertreibung in ersten Anlaufstellen unterstützen. Hierfür stehen Trinkwasser und  Hygiene-Artikel für bis zu 54.000 Familien bereit. Zusätzlich können mehr als 48.000 Decken sowie Küchensets, Kerosinöfen und Wasserkanister  in Flüchtlingscamps und -unterkünften verteilt werden.