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Mittwoch, 21. Februar 2018

Freitag, 17. Oktober 2014 08:19 Alter: 3 Jahr/e

Flüchtlinge in München: Rotes Kreuz im Dauereinsatz

Mit Feldbetten richten ehrenamtliche Rotkreuzhelfer im Münchner Olympiastadion notdürftige Schlafstätten für Flüchtlinge ein

Aus mehreren Standorten hatten die Helfer die Betten zuvor zusammengezogen, um sie anschließend ins Olympiastadion zu bringen. Fotos: T. Reisinger

Da die Erstaufnahmeeinrichtung in der Bayernkaserne überfüllt ist, werden aktuell immer neue Ausweichquartiere in und um München erkundet und notdürftig für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgestattet. Das Münchner Rote Kreuz baute etwa zusammen mit Rotkreuzkollegen aus Freising in der letzten Nacht rund 200 Feldbetten in Innenräumen des Olympiastadions auf und stellte dort auch Verpflegung für bis zu 250 Flüchtlinge zur Verfügung. Dafür waren rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Fachdienste Betreuung und Technik und Sicherheit bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.

 

Das Rote Kreuz ist auch in den Krisenstäben vertreten, die Landeshauptstadt München und Sozialministerium eingerichtet haben.

 

Unabhängig von kurzfristigen Nothilfeeinsätzen setzt sich der Migrationsdienst des Münchner Roten Kreuzes für die Belange der Flüchtlinge ein.

 

Brigitte Meyer, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege und Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes forderte die Politik zum Handeln auf. „Der Grund für die völlig überfüllten Flüchtlingsunterkünfte im Freistaat ist, dass sich vor Europas Küsten seit Jahren beispiellose humanitäre Katastrophen abspielen. Wir fordern die Staatsregierung auf, dies endlich zur Kenntnis zu nehmen."

 

Die Freie Wohlfahrtspflege will die Verantwortlichen im Freistaat in die Pflicht nehmen. „In einem der reichsten und wirtschaftlich stärksten Länder Europas darf Humanität und Nächstenliebe nicht zu einem Fremdwort verkommen.“ Meyer forderte die Bayerische Staatsregierung auf, sich mit der Situation der Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern auseinander zu setzen und deren Not nicht zum Gegenstand politischer Agitation herunterzuspielen. „In der Diskussion um das Flüchtlingselend muss das Wort Humanität wieder in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt werden, von markigen Worten und von Schuldzuweisungen hat jetzt niemand etwas.“