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Dienstag, 22. Mai 2018

Mittwoch, 28. Januar 2015 18:39 Alter: 3 Jahr/e

Ebola-Epidemie: Rotes Kreuz richtet Strategie im Kampf gegen Ebola in Liberia neu aus

Als Folge des erfreulich deutlichen Rückgangs der Ebola-Neuinfektionen in Liberia hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Verwendung seines in Monrovia betriebenen Ebola-Behandlungszentrums geändert. Ab sofort werden die bestehenden Strukturen vor Ort für eine temporäre Unterstützung des liberianischen Gesundheitssystems bei der Behandlung von schweren Nicht-Ebola-Infektionskrankheiten eingesetzt. Mit dieser Anpassung ist das DRK einem formellen Ersuchen seitens des liberianischen  Gesundheitsministeriums gefolgt. „Uns als humanitären Helfern kann nichts Besseres passieren, als dass sich ein Problem, das wir bekämpfen sollen, entschärft. Genau das geschieht aktuell mit Ebola in Liberia. Jetzt geht es darum, wieder Menschen mit anderen Erkrankungen als Ebola zu helfen“, sagt DRK-Präsident Rudolf Seiters.

Seit Weihnachten 2014 betreibt das DRK in Monrovia im Auftrag der Bundesregierung und mit Unterstützung der Bundeswehr ein Behandlungszentrum mit zunächst 10 Betten, dessen bauliche Strukturen  von der Weltgesundheitsorganisation errichtet worden waren. Das Behandlungszentrum  befand sich bislang als Vorsorgemaßnahme  im „Stand-By“-Betrieb und war bereit,  jederzeit Patienten aufzunehmen und erweitert zu werden. Wegen sinkender Neuinfektionsraten wurden ihm aber bis dato von den zuständigen lokalen Behörden keine Patienten zugewiesen. Stattdessen wurden die Strukturen seither genutzt, um dort 90 einheimische Ärzte, Techniker, Pflegepersonal und Hygieniker für die Behandlung von Ebola auszubilden, die nun für den Einsatz bereitstehen.

„Ein nachhaltiges Wiederaufflammen von Ebola ist in Liberia unwahrscheinlich – aber die Gefahr ist noch nicht vorbei, für Entwarnung wäre es zu früh. Es besteht weiterhin erheblicher Hilfsbedarf in dieser Krise, etwa bei der Behandlung von Infektionskrankheiten wie Atemwegserkrankungen, Malaria oder Dengue-Fieber. Erste Patienten sind bereits in Behandlung“, sagt Seiters.
Aktuell befinden sich rund 40 deutsche Helfer in dem DRK-Behandlungszentrum in Monrovia im Einsatz, davon rund ein Drittel vom DRK und zwei Drittel von der Bundeswehr.  Die weitere Dauer des Einsatzes ist nun abhängig von den Fortschritten bei der Stärkung des liberianischen Gesundheitssystems und von der Entwicklung der Epidemie.

In Sierra Leone werden seit Ende Oktober 2014  außerdem das von der Internationalen Föderation der Rotkreuzgesellschaften betriebene Ebola-Behandlungszentrum in Kenema und in Kono vom DRK erheblich unterstützt.